Informationen zum Ende der Widerrufsmöglichkeit von Altkreditverträgen (2002 bis 2010)

In zahlreichen Kreditverträgen, die in der Zeit von 2002 bis 2010 abgeschlossen worden sind, waren fehlerhafte Widerrufsbelehrungen aufgenommen worden. Teilweise war der Fristbeginn nicht klar und deutlich gekennzeichnet (… beginnt frühestens …), teilweise waren notwendige weitere Informationen nicht erteilt worden. Sofern solche fehlerhafte Widerrufsbelehrungen vorliegen, hat die Frist für den Widerruf nicht zu laufen begonnen. Dies hat zur Folge, dass auch noch nach Jahren der Widerruf der Willenserklärung zum Abschluss des Kreditvertrages möglich ist.

Dies betrifft vor allem solche Kreditnehmer, die mit Hilfe des Widerrufs eine günstigere Finanzierung abschließen wollen. Das ist mit Hilfe des Widerrufs möglich. Aber auch bereits freiwillig zurückgeführte Darlehen, die ggfs. mit einer Vorfälligkeitsentschädigung erfolgten, können noch widerrufen werden, was zur Folge hat, dass die Vorfälligkeitsentschädigung von den Banken zurückgefordert werden können.

Allerdings zeichnet sich ein Ende der Widerrufsmöglichkeit an. Das Bundeskabinett hat einer entsprechende Regelung zugestimmt, wonach die Verbraucher nur noch etwa drei Monate Zeit haben, den Widerruf auszuüben. Nach dem 21.06.2016 soll nach dem Gesetzgeberwillen kein Widerruf auch in diesen Fällen mehr möglich sein.

Es empfiehlt sich daher, die Frage der ordnungsgemäßen Belehrung rechtzeitig durch einen fachkundigen Anwalt überprüfen zu lassen. Der Autor hat in einigen Fällen bereits mit entsprechenden Klagen Verbrauchern zu ihrem Recht kommen lassen.

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