Keine Ansprüche auf Schadenersatz und Minderung bei Urlaubsreise wegen eines verunreinigten Badestrands

Liegt ein Reisemangel  außerhalb des Einflussbereichs des Reiseveranstalters so berechtigt dieser Mangel nicht zur Minderung des Reisepreises oder zur Zahlung von Schadenersatz. Dies entschied das Amtsgericht München in seinem Urteil vom  16.01.2013 und lehnte damit die Ansprüche einer erkrankten Urlauberin ab.

 
Die Klägerin hatte zuvor bei der beklagten Reiseveranstalterin eine dreiwöchige Pauschalreise in die Türkei gebucht und dafür 2.079 € bezahlt. Eine Woche nach ihrer Ankunft erkrankte die ganze Familie der Klägerin an Fieber und Durchfall, so dass die Klägerin eine zwei tägige stationäre Behandlung erhalten musste.
Nach der Rückkehr nach Deutschland verlangte die Klägerin von der Beklagten  60 % des Reisepreises zurück sowie Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit, insgesamt  einen Betrag von 2.910 €. Sie war der Meinung, die Erkrankung sei durch den  mit Fäkalien verunreinigten Badestrand hervorgerufen worden.

 
Die Beklagte weigerte sich zu zahlen und wandte ein, dass sie keinerlei Verantwortung für die Verunreinigungen des Strandes trage. Die Verunreinigungen seien auf Grund eines defekten Kanalisationsrohrs der Gemeinde entstanden und seien ihr nicht bekannt gewesen. Im Übrigen entziehe sich dies ihrem Einflussbereich.

Das Amtsgericht München wies die Klage ab. Die Klägerin habe keinen Anspruch auf Minderung des Reisepreises und Schadensersatz, da der Reisemangel dem  beklagten Reiseunternehmen nicht vorgeworfen werden könnte. Die einfache Behauptung, dass die ganze Familie auf Grund des verseuchten Badestrands erkrankt sei, reiche für einen Anspruch auf Minderung und Schadensersatz nicht aus. Der Reisemangel müsse nämlich im Einflussbereich der Reiseveranstalterin aufgetreten sein. Auch habe es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass das Reiseunternehmen von der Verseuchung Kenntnis hatte und es somit die Klägerin hätte informieren müssen.

Quelle:  Pressemitteilung des Amtsgericht München vom 09.09.2013
Amtsgericht München, Urt. v. 16.01.2013 – AZ 132 C 15965/12

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