Auch bei nichtverschuldetem Brand müssen Hauseigentümer für Schäden am Nachbarhaus zahlen

Selbst wenn die Eigentümer eines Hauses einen Brand nicht verschuldet haben, müssen sie dennoch für etwaige Schäden am Nachbarhaus zahlen, so entschied das Oberlandesgericht Hamm in seinem Urteil vom 18.04.2013.

In dem verhandelten Rechtsstreit wurden die Eheleute eines Reihenmittelhauses verklagt, weil diese durch einem von ihrem Haus ausgehenden Brand entstandene Schäden am Nachbarhaus nicht zahlen wollten. Die Beklagten hatten im September 2005 eine private Grillparty auf ihrem Grundstück ausgerichtet. In der darauffolgenden Nacht entstand ein Brand, welcher auf die beiden angrenzenden Häuser übergriff.

Ein Brandsachverständiger stellte im Rahmen seiner Ermittlungen fest, dass der Brand vom Grundstück der Beklagten ausgegangen war und durch heiße Grillkohle oder einen Defekt einer elektrischen Leitung im Bereich ihres Abstellraums ausgelöst worden ist. Die Versicherung der Nachbarn glich den entstandenen Schaden in Höhe von 60.000 € zunächst aus und verlangte diesen sodann von den Hauseigentümern zurück. Als diese sich weigerten zu zahlen, erhob die Versicherung Klage vor dem Landgericht Bielefeld.

In der ersten Instanz wies das Landgericht Bielefeld die Klage der Versicherung zunächst ab. Die daraufhin eingelegte Berufung vor dem Oberlandesgericht Hamm hatte Erfolg. Das OLG Hamm änderte das Urteil ab und verurteilte die Hauseigentümer dem Grunde nach zum Ersatz des entstandenen Schadens. Wegen der Klärung der  exakten Schadenshöhe wurde der Rechtsstreit zurück an das Landgericht Bielefeld zur weiteren Klärung verwiesen.

 Hierbei begründete das OLG seine Entscheidung damit, dass die Eigentümer eines Reihenmittelhauses für einen von ihnen nicht verschuldeten Brandschaden am Nachbarhaus trotzdem ausgleichspflichtig seien, weil das Feuer auf Ursachen beruhe, für die sie sicherungspflichtig wären. Sie hafteten als Eigentümer des Grundstücks, von dem der schadensursächliche Brand ausgegangen sei.

Quelle: Pressemitteilung des OLG Hamm vom 12.06.2013

                Urteil des OLG Hamm vom 18.04.2013 (Az. 24 U 113/12)

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