2000 € Schmerzensgeld wegen Schleudertraumas nach Verkehrsunfall

Das Amtsgericht München musste mal wieder zu der angemessenen Höhe von Schmerzensgeld wegen eines Schleudertraumas nach einem Verkehrsunfall Stellung nehmen.

Zugrunde lag dabei ein Rechtsstreit, bei dem es im Dezember 2011 zu einem Auffahrunfall gekommen war. Die Fahrerin des vorderen Fahrzeugs erlitt hierbei unter anderem ein HWS-Schleudertrauma und klagte über starke Kopf-, Schulter- und Nackenschmerzen. Trotz ärztlicher Behandlung und anschließender Krankentherapie war die Klägerin sechs Wochen erkrankt und litt noch gut ein halbes Jahr an Schmerzen im Rückenbereich. Ferner konnte die Klägerin 14 Monate lang nur mit Hilfe von Schmerzmitteln schlafen und befand sich noch bis Januar 2013 in orthopädischer Behandlung.

Aufgrund dessen verlangte die Klägerin von der beklagten Haftpflichtversicherung des Unfallgegners Schadensersatz in Höhe von 2.800€.Die gegnerische Haftpflichtversicherung zahlte der Klägerin daraufhin einen Schmerzensgeldbetrag von 1.500 € und hielt diese Summe für ausreichend.

Das Amtsgericht München entschied nun in seinem Urteil vom 29.01.2013, dass die Höhe des Schmerzensgeldes am Ausmaß und der Schwere der durch den Verkehrsunfall verursachten Verletzungen zu orientieren sei. Dem Schmerzensgeld komme prinzipiell eine Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion zu und es sei zu berücksichtigen, dass ein Schmerzensgeld den Verletzten in die Lage versetzen solle, sich Erleichterungen und Annehmlichkeiten an Stelle derer zu verschaffen, deren Genuss ihm durch die Verletzung unmöglich gemacht wurde.

Im vorliegenden Fall sei aufgrund der erheblichen Dauer und Heftigkeit der unfallbedingten Schmerzen und der über Wochen gehenden Arbeitsunfähigkeit der Geschädigten ein Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt 2000 € angemessen. Die beklagte Versicherung wurde daher zur Zahlung weiterer 500,00 € verurteilt.

Quelle: Pressemitteilung des AG München vom 29.04.2013

              Urteil des Amtsgericht München vom 29.01.2013 (Az. 332 C 21014/12)

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