Löschen von Fotos und persönlichen Daten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses notwendig

Ein Arbeitgeber muss nach dem Ausscheiden eines Arbeitnehmers dessen Fotos und persönlichen Daten vollständig von seiner Webseite entfernen, so entschied jetzt das Landesarbeitsgericht Frankfurt am Main (Az. 19 SaGa 1480/11). Andernfalls verletzt der Arbeitgeber das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers.

Im vorliegenden Fall klagte eine Rechtsanwältin, welche als Arbeitnehmerin in einer Steuerberater- und Anwaltssozietät tätig war.
Während der Dauer des Arbeitsverhältnisses wurde mit Ihrem Einverständnis über sie ein Profil mit ihren persönlichen Daten und einem Foto auf der Webseite der Sozietät angelegt. Darüber hinaus wurde in dem News Blog der Homepage eine Webseite geführt, in der ebenfalls Profil und Foto der Klägerin dargestellt wurden. Es wurde dabei darauf hingewiesen, in welchen Bereichen sie das Anwaltsteam verstärkt.

Nach Ausscheiden aus der Anwaltssozietät arbeitete sie – weiterhin als Rechtsanwältin zugelassen – in einem Unternehmen. Von ihren ehemaligen Arbeitgebern verlangte sie die Löschung ihrer persönlichen Daten auf beiden Webseiten.
Die Kanzlei kam diesem Verlangen auf der Blog-Seite nicht nach, woraufhin die Klägerin vor Gericht zog.

Das Landesarbeitsgericht Frankfurt am Main war der Ansicht, dass die beklagte Sozietät die persönlichen Daten der Klägerin samt Foto von allen Seiten ihrer Internetpräsentation löschen müsse und erließ antragsgemäß die einstweilige Verfügung.
Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Veröffentlichung nach Ende des Arbeitsverhältnisses unberechtigt in das Persönlichkeitsrecht der Klägerin eingreift. Nach Ausscheiden der Klägerin aus der Sozietät besteht kein berechtigtes Interesse mehr an einer solchen werbenden Veröffentlichung.

Durch das noch vorhandene Profil der Klägerin werde die individuelle Persönlichkeit und die berufliche Qualifikation dieser herausgestellt. Es entstehe der unzutreffende Eindruck, dass die Klägerin nach wie vor in der Sozietät arbeite. Dies führe auch zu Wettbewerbsnachteilen der Klägerin in ihrer Position als Rechtsanwältin. Potentielle Mandanten würden auf die Homepage der Beklagten verwiesen.

Quelle: LAG Frankfurt a.M. Urteil vom 24.1.2012, Az. 19 SaGa 1480/11
Pressemitteilung des Hessischen Landesarbeitgericht vom 09.03.2012, 7/12

Schlagwörter: Kündigung, Profil, Veröffentlichung, Foto, Beendigung, Arbeitsverhältnis, Wettbewerbsnachteil, Homepage, allgemeines Persönlichkeitsrecht

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