Auch Condor muss wegen Flugannullierung Ausgleichszahlungen leisten

Nachdem bereits gegen andere Fluggesellschaften erfolgreich Klagen wegen der Zahlung von Ausgleichsansprüchen durchgesetzt worden konnten, muss nunmehr auch die Condor Flugdienst GmbH Ausgleichszahlungen leisten.
In dem vorliegenden Fall vertrat unsere Kanzlei den Kläger, welche wegen eines Fluges der Fluggesellschaft Condor Ausgleichzahlungen gemäß der Verordnung EG 261/2004 geltend machte.

Der Kläger war im Dezember 2010 mit der Condor Fluggesellschaft von Frankfurt nach Mombasa  (Kenia) geflogen.  Als der Klägerin sodann seinen Rückflug antreten wollte, erfuhr diese am Flughafen von Mombasa, dass der ursprüngliche Flug Verspätung habe. Sodann wurde dem Kläger mitgeteilt, dass er nunmehr anstelle eines direkten Fluges (Non-Stop-Flug) nach Frankfurt nunmehr einen Flug mit Zwischenstopp in Sharm El Sheik (Ägypten) erhalten würde.

Dieser Flug hob sodann mit einer Verspätung von 1,5 Stunden ab. Aufgrund eines medizinischen Notfalls musste der Flug jedoch abgebrochen werden und in Adis Abeba (Äthiopien) notlanden. Nach dem Abtransport des erkrankten Passagiers wurde der Kläger, mitsamt den übrigen Passagieren, jedoch nicht weiter transportiert. Stattdessen teilte der Pilot der Maschine mit, dass eine Weiterbeförderung nicht mehr möglich sei und die Passagiere in Adis Abeba warten müssten.

In den nächsten Stunden und Tagen wurden die Passagiere sodann hilflos und ohne weitere Informationen am Flughafen in Adis Abeba stehen gelassen. Nach weiteren falschen Informationen und Versprechungen seitens Personals der Beklagten, wurden die Passagiere sodann in ein Hotel eingebucht.
Nur durch die Einschaltung der deutschen Botschaft in Äthiopien gelang es den gestrandeten Passagieren schließlich eine Weiterbeförderung nach Frankfurt, nunmehr mit einem Zwischenstopp in Rom, erzwingen zu können. Mit einer Verspätung von 41 Stunden erreichten der Kläger sowie die übrigen Passagiere sodann den Frankfurter Flughafen.

Nach der Rückkehr nach Deutschland nahm der Kläger sodann Kontakt zu Condor auf und verlangte die Zahlung von 600,00 € Ausgleichszahlungen.  Die  Fluggesellschaft verweigerte jedoch wegen Vorliegens außergewöhnlicher Umstände jegliche Zahlung von Ausgleichszahlungen im außergerichtlichen Verfahren.

Bei der nunmehr eingereichten Klage vor dem Amtsgericht Frankfurt hat der Kläger erfolgreich die Erbringung von Ausgleichzahlungen in Höhe von 600,00 € geltend gemacht. Der Rechtsstreit zog sich lange hin, weil die Beklagte mit allen Mitteln und Ausreden versuchte, sich ihrer Zahlungsverpflichtung zu entziehen. Mit ausführlichen Schriftsätzen und entsprechenden Beweisangeboten gelang es jedoch, das anfangs skeptische Gericht von der Rechtmäßigkeit der Klageforderung zu überzeugen.
In dem Urteil des AG Frankfurt wurde Condor zur Zahlung von 600,00 € verurteilt,  darüber hinaus wurden der Beklagten noch die gesamten Kosten des Rechtsstreits auferlegt.

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