Ärztliches Attest ab dem ersten Krankheitstag

Normalerweise muss ein Arbeitnehmer gemäß § 5 Absatz 1 Satz 2 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) bei Krankheit spätestens nach drei Tagen ein ärztliches Attest vorlegen. Der Arbeitgeber ist aber nach § 5 Absatz 1 Satz 3 EFZG berechtigt, die Vorlage dieser ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon früher zu verlangen und damit auch gleich am ersten Tag.

Das Landesarbeitsgericht Köln hat nunmehr entschieden, dass der Arbeitgeber ohne weitere Begründung das ärztliche Attest schon für den ersten oder zweiten Krankheitstag verlangen darf.

In dem konkreten Fall hatte eine Arbeitnehmerin zunächst zweimal vergeblich versucht für einen bestimmten Tag eine Dienstreise genehmigt zu bekommen. Nachdem beide Anfragen abgelehnt wurden, hatte sich die Arbeitnehmerin für den entsprechenden Tag krank gemeldet. Der Arbeitgeber hatte sie daraufhin aufgefordert, künftig am ersten Tag der Krankmeldung ein ärztliches Attest einzuholen und vorzulegen. Die Arbeitnehmerin sah dies als sachlich ungerechtfertigt an und klagte.

Die Arbeitnehmerin unterlag nunmehr auch in der zweiten Instanz vor dem Landesarbeitsgericht, nachdem bereits das Arbeitsgericht in erster Instanz das Verlangen des Arbeitgebers gebilligt hatte.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtsfrage wurde die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen.

Quelle: Pressemitteilung des LAG Köln vom 14.12.2011, Urteil des Landesarbeitsgericht Köln vom 14.09.2011 – 3 Sa 597/11

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