Bei Maklerwechsel kann Provisionsanspruch doppelt anfallen

Wechselt ein Immobilieninteressent während der Anbahnung der Vertragsverhandlungen den Immobilienmakler, so dann die entsprechende Provision der Makler doppelt anfallen, so entschied nunmehr das Landgericht Coburg.

In vorliegenden Rechtsstreit hatte ein Immobilienmakler auf Zahlung der ihm zustehenden Provision gegen den Erwerber eines Einfamilienhauses geklagt. Der Käufer hatte Ende 2008 den Kläger beauftragt, ihm ein Einfamilienhaus zu suchen. Daraufhin machte der Makler das später gekaufte Objekt ausfindig und zeigte es dem Beklagten. Danach fand kein weiterer Kontakt der Parteien mehr statt. Im Februar 2009 wechselte der Beklagte sodann den Makler und vereinbarte mit  diesem ebenso einen Besichtigungstermin. Der neue Makler zeigte dem Kläger daraufhin nochmals das bereits bekannte Anwesen. Im August 2009 unterzeichnete der Beklagte sodann den entsprechenden Kaufvertrag und entrichtete die anfallende Maklerprovision an den zweiten Immobilienmakler.

Der vorherige Makler erhielt keine Provision und klagte daraufhin vor dem Landgericht Coburg seinen Provisionsanspruch ein.  Der klagende Makler war der Ansicht, dass es aufgrund seiner Tätigkeit als Makler zum Kauf im August 2009 gekommen sei. Der Beklagte verteidigte sich damit, dass die Tätigkeit des Maklers nicht für den Kauf ursächlich geworden sei. Das Vertragsobjekt sei ihm durch den zweiten Makler nachgewiesen worden.
Das Landgericht Coburg gab der Klage statt. Die Klage eines Maklers gegen den Käufer des Einfamilienhauses auf Maklerlohn war insofern erfolgreich. Die Einwendung des Beklagten, ein anderer Makler habe das Kaufobjekt nachgewiesen, überzeugte das Landgericht Coburg nicht:

Zwischen dem Kläger und dem Beklagten sei ein Maklervertrag zustande gekommen. Ebenso sei dem Inserat des Maklers aus dem Jahr 2008 zu entnehmen, dass eine Maklerprovision bei Vertragsabschluss fällig werde. Die Leistung des Klägers läge darin, dass er dem Beklagten die Besichtigung ermöglicht und den Kontakt zum Verkäufer herstellt habe.
Diese Tätigkeit sei für den Abschluss des Kaufvertrages auch ursächlich geworden. Sofern der Kaufvertragsabschluss dem Nachweis durch den Makler in angemessenem Abstand folge, werde eine solche Ursächlichkeit vermutet. Angesichts eines zeitlichen Abstands von etwa 8 Monaten zwischen der ersten Besichtigung und dem Kaufvertrag sah das Gericht eine (Mit-) Ursächlichkeit für den Abschluss des Kaufvertrags als gegeben an.
Durch die spätere Tätigkeit des zweiten Maklers und dessen Verlangen nach Maklerlohn ändere sich nichts. Der zweite Makler habe wegen der Vorkenntnis des Beklagten von vorneherein keine eigene provisionspflichtige Nachweistätigkeit entfalten können. Der Beklagte habe  ja bereits das später gekaufte Haus gekannt.

Quelle: Pressemitteilung des Landgericht Coburg vom 07.10.2011

Weitere Meldungen: Mietrecht

Aktuelle Seminare & Referate: Mietrecht