Klage gegen Easyjet wegen Flugannullierung erfolgreich

In dem vorliegend Fall vertrat unsere Kanzlei die Klägerin, welche wegen eines annullierten Fluges der Fluggesellschaft Easyjet Ausgleichzahlungen gemäß der Verordnung EG 261/2004 geltend machte.

Die Kläger war im Juni 2001 mit der sog. „Billigairline“ Easyjet nach Griechenland geflogen.  Am Tag vor dem geplanten Rückflug erhielt sie sodann eine Email der beklagten Fluggesellschaft mit der Mitteilung, dass der am nächsten Tag vorgesehene Flug von Thessaloniki nach Dortmund annulliert worden war. Als Grund für die Annullierung wurde ein angeblicher Streik der griechischen Fluglotsen angegeben.

Ein Angebot zur anderweitigen Beförderung, insbesondere mit einem Abflug nicht mehr als 2 Stunden vor dem planmäßigen Abflug sowie einer Ankunft von nicht mehr als zwei Stunden nach der planmäßigen Ankunft, wurde der Klägerin zu diesem Zeitpunkt nicht gemacht. Im Gegenteil, auf telefonische Nachfrage wurde der Klägerin mitgeteilt, sie solle sich am Flughafen einfinden, andernfalls seien jegliche Ersatzansprüche ausgeschlossen.

Daraufhin begab sich die Klägerin am Tag des ursprünglichen Abflugs  zum Flughafen nach Thessaloniki. Dort angekommen zeigte das  Personal der Beklagten als äußerst abweisend. Nach einigen Streitgesprächen wurde der Klägerin ein neuer Rückflugtermin angeboten: Dieser sollte nunmehr ganze 7 Tage nach dem planmäßigen Abflug stattfinden. Eine vorherige Rückbeförderung, zur Not durch andere Fluggesellschaften und an einen anderen deutschen Flughafen, lehnte die Beklagte  ab. Ebenso verweigerten sie die Klägerin für die Übergangszeit notwendigerweise in ein Hotel einzubuchen und stellte klar, dass eine Übernahme etwaiger Hotelkosten ausgeschlossen seien. Weitere Informationen bezüglich ihrer Rechte als Fluggast erhielt die Klägerin trotz mehrfacher Nachfrage und Drängens nicht mehr.

Da die Klägerin berufstätig war, war sie gezwungen möglichst bald nach Deutschland zurückzukehren. Auch das Angebot der Klägerin notfalls an irgendeinen anderen deutschen Flughafen geflogen zu werden, lehnte die Beklagte ab.  Aufgrund dessen buchte die Klägerin eigenhändig bei einer Konkurrenzgesellschaft einen Last Minute Flug von Thessaloniki nach Frankfurt und flog aufgrund dessen noch am selbigen Tag mit einer nur kurzen Verspätung ab.

Nach der Rückkehr nach Deutschland nahm die Klägerin sodann Kontakt zu Easyjet auf und verlangte die Erstattung des notwendigerweise gebuchten Flugtickets. Dies lehnte Easyjet jedoch ab. Ebenso verweigerte die Fluggesellschaft wegen Vorliegens außergewöhnlicher Umstände jegliche Zahlung von Ausgleichszahlungen im außergerichtlichen Verfahren.

Bei der nunmehr eingereichten Klage vor dem Amtsgericht Dortmund hat die Klägerin erfolgreich die Erbringung von Ausgleichzahlungen in Höhe von 400,00 € sowie die Erstattung der zusätzlichen Rückreisekosten geltend gemacht. Nach einer ersten Verteidigungsanzeige erkannte die Beklagte den Klageantrag in vollem Umfang an, so dass ihr darüber hinaus noch die gesamten Kosten des Rechtsstreits auferlegt worden sind.

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