Zweifache Provision eines Immobilienmaklers bei Offenlegung rechtmäßig

Verlangt ein Immobilienmakler bei Abschluss eines Mietvertrags oder Immobilienkaufvertrags eine Provision sowohl von dem Erwerber als auch von dem Veräußerer, so ist dies rechtmäßig, wenn auf diese Rechtsfolge vor Abschluss des Vertrages hinreichend aufmerksam gemacht worden ist.

Eine Immobilienmaklerin hatte den Auftrag bekommen eine Wohnung in München zu veräußern. Der Interessent erwarb die Wohnung und unterzeichnete die entsprechenden Verträge beim zuständigen Notar. Daraufhin übersandte die Maklerin sowohl dem Verkäufer als auch dem Käufer der Wohnung eine Provisionsrechnung mit der Bitte um Ausgleich. Der Käufer verweigerte jegliche Zahlung mit dem Hinweis auf die Doppeltätigkeit der Maklerin.

Die Immobilienmaklerin klagte und hatte Erfolg: Das Amtsgericht München entschied, dass eine Doppeltätigkeit eines Immobilienmaklers grundsätzlich offen zu legen sei. Dies könne, wir vorliegen geschehen, durch einen Hinweis auf dem Expose sowie dem notariellen Kaufvertrag geschehen. Eine solche Offenlegung sei ausreichend und begründe einen zweifachen Provisionsanspruch des Maklers.

Quelle: Pressemitteilung des Amtsgericht München vom 11.07.2011

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