Schadensquotelung bei Verkehrsunfall muss nicht sein

Eine Quotelung der Schadenspositionen zwischen den Parteien eines Verkehrsunfalls ist bei den Gerichten oftmals die übliche Vorgehensweise. Dies muss jedoch nicht so sein.

In einem Verfahren vor dem Landgericht Arnsberg gelang es der Kanzlei eine solche Quotelung zu verhindern und stattdessen die volle Schadensersatzpflicht des Unfallverursachers und damit einhergehene die Entlastung des eigenen Mandanten von den Kosten herbeizuführen.

Im vorliegenden Fall war der Mandant in einen unglücklichen Verkehrsunfall verwickelt, der durch die Vorfahrtsmissachtung der gegnerischen Partei verursacht worden war. Wegen eines am Straßenrand haltenden PKWs war der Mandant gezwungen beim Überholen dieses Fahrzeugs auf die linke Fahrbahnspur einzuscheren. Noch während des Überholvorgangs bog der gegnerische Fahrer aus einer Nebenstraße auf die vorfahrtsberechtigte Straße ein, wobei er nur einen Blick entgegen der eigenen Fahrtrichtung warf. Auf die Fahrbahnspuren seiner eigenen Fahrtrichtung achtete er nicht und bemerkte somit nicht den überholdenden PKW des Mandanten. Aufgrund dessen kam es zu einem Frontalunfall mit erheblichem Blechschaden.

Das LG Arnsberg stimmte nach beweiskräftigen Fotos und Zeugenaussagen der Auffassung der Kanzlei zu, dass der Unfall allein von der generischen Partei verursacht worden ist: Der Mandant habe sich auf der Vorfahrtsstraße befunden und diese Vorfahrt habe der Unfallverursacher mißachtet. Insofern war eine sonst oft übliche Quotelung des Scahdens unangebracht. Dem gegnerischen Unfallsverursacher wurden die Kosten des Unfalls sowie die Kostend des Verfahrens zu 100 % auferlegt.

Anmerkung: Im diesem Urteil wurde vom LG Arnsberg nochmals bestätigt, dass die Vorfahrt auf der gesamten Straßenbreite, also beiden Fahrspuren, besteht. Ein Auto auf der Vorfahrtsstraße hat immer Vorfahrt vor einem auf die Vorfahrtsstraße einbiegenden PKW. Dies gilt auch, wenn das auf der Vorfahrtsstraße befindliche Fahrzeug auf der linken Fahrspur überholt und das einbiegende Fahrzeug in diese Spur einbiegen möchte.

Quelle: Urteil des LG Arnsberg vom 26.05.2011

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