Rücksendekosten sind in Zukunft von dem Kunden zu tragen

Macht ein Verbraucher bei einem online gekauften Produkt von seinem Widerrufsrecht Gebrauch, so muss er in Zukunft die Kosten für die Rücksendung der Ware wahrscheinlich selber tragen.

Bisher galt in Deutschland die sogenannte „40 Euro Klausel“: Schickte ein Verbraucher seine bestellte Ware aufgrund eines Widerrufs an den Verkäufer zurück, so hatte er die Kosten der Rücksendung zu nicht tragen, wenn der Wert der Ware 40 Euro überstieg. In diesem Fall musste der Verkäufer für die Rücksendekosten aufkommen.

Nunmehr will das Europäische Parlament diese Regelung ändern und die Kostentragungspflicht unabhängig vom Wert der Ware dem Verbraucher auferlegen. Die neue Richtlinie über Verbraucherrechte soll im gesamten EU Gebiet gelten und von daher einheitlich sein.

Zukünftig sollen Verbraucher selbst die Kosten der Rücksendung übernehmen, wenn vom Unternehmer auf diese Rechtsfolge hingewiesen wurde und sich der Unternehmer nicht dazu bereit erklärt, diese Kosten selbst zu tragen.

Dies entspräche den bisherigen Regelungen der meisten EU-Länder. Lediglich Deutschland und Finnland hatten die Rücksendekosten bisher dem Händler auferlegt.

Die endgültige Abstimmung über die Richtlinie findet am 24.06.2011 statt. Es scheint jedoch gewiss, dass die obige neue Regelung dergestalt verabschiedet wird.

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