Haftung des Vermögensberaters

Vermögensberater werden insbesondere dann von Kunden wegen angeblich fehlerhafter Beratung in Anspruch genommen, wenn die vermittelte Anlage nicht den hoffnungsfrohen Erwartungen der Kunden entsprechen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Fonds (häufig in der Form der sog. Publikums-KG) vermittelt wurden, die nachfolgend notleidend geworden sind.

Eine Haftung des Vermögensberaters setzt aber stets eine fehlerhafte Beratung, ein Verschulden und einen Schaden des Kunden voraus. Nicht immer sind diese Voraussetzungen gegeben. Darüber hinaus bestehen hinsichtlich der Haftung auch besonders zu beachtende Verjährungsregelungen.

So konnte in der jüngsten Zeit durch die Kanzlei vor dem Landgericht Paderborn (Az. 2 O 504/10) für den verklagten Vermögensberater die Haftungsklage des Kunden erfolgreich abgewehrt werden.

Nach den Entscheidungsgründen des Gerichts war zunächst nicht festzustellen, ob tatsächlich eine fehlerhafte Beratung stattgefunden hatte. Denn zu seinen Anlagezielen hatte der Kläger nur unvollständig vorgetragen.

Letztlich aber wurde die Klage abgewiesen, weil ggfs. bestehende Schadensersatzansprüche zwischenzeitlich verjährt waren. So tritt die Verjährung von solchen Ansprüchen auch dann ein, wenn der Gläubiger von den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste.

Im konkreten Fall hätte der Kunde aber – sein Anlageziel unterstellt – bereits bei Zeichnung der Fondsanlage erkennen können und müssen, dass keine Spareinlage sondern eine unternehmerische Beteiligung gewählt worden war. Dies hätte dem Kläger spätestens bei Kenntnis seiner Eintragung als Kommanditist im Handelsregister deutlich werden müssen.

Fazit: Bei der Inanspruchnahme von Vermögensberatern ist eine intensive Sachbearbeitung und Rechtsprüfung sowohl auf Kläger- als auch auf Beklagtenseite erforderlich, um für den jeweiligen Mandanten zum Erfolg zu kommen.

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