Führerschein entzogen wegen selbstgedrehter Videos

Führerschein entzogen wegen selbstgedrehter Videos

Selbstgedrehte Videos können zu strafrechtlichen Ermittlungen und sogar zum Entzug des Führerscheins führen. Dies musste kürzlich ein 25-jähriger Autofahrer aus Gelsenkirchen schmerzlich erfahren.

Dieser hatte mehrfach mit geliehenen Sportwagen Fahrten unternommen und sich bei nicht unerheblichen Geschwindigkeitsverstößen selbst gefilmt. Unter anderem filmte er eine Spritztour bei der er mit rasanten 180 km/h durch die Innenstadt Gelsenkirchens fuhr. Als „Zugabe“ hatte er Aufnahmen von riskanten Wendemanövern, Fahrten entgegen der Fahrtrichtung bei Einbahnstraßen, sog. „Burnouts“ und Angriffen von Passanten mit Eiern auf seinem Computer. Allein die gefilmten Fahrten entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße hätten dem rasanten Fahrer gute 40 (!) Punkte auf seinem Flensburger Punktekonto eingebracht.

Die Polizei stellte daraufhin den Computer des 25-Jährigen mit knapp 20 solcher Videos  sicher und leitete die Videos an die Fahrerlaubnisbehörde weiter. Diese fand die Aufnahmen alles andere als lustig und entzog dem Gelsenkirchener seine Fahrerlaubnis wegen fehlender charakterlichen Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr. Dagegen klagte der Betroffene.

Im Erörterungstermin vor dem VG Gelsenkirchen wurde nunmehr die Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Fahrerlaubnisbehörde von der Kammer bestätigt. Bereits die oben erwähnten 40 Punkte reichten für einen Entzug der Fahrerlaubnis vollkommen aus (Anmerkung: dafür benötigt man „nur“ 18 Punkte).

Darüber hinaus machte die Kammer darauf aufmerksam, dass selbst bei eingetretener Verfolgungsverjährung die verjährten Fahrten bei der Entziehung der Fahrerlaubnis zu berücksichtigen seien. Zwar könnten diese nicht mehr mit einer Ordnungswidrigkeit geahndet werden, jedoch gelten bei dem Entzug der Fahrerlaubnis längere Tilgungsfristen für die Eintragung in das Verkehrszentralregister. So können auch verjährte Fahrten bei der Entziehung berücksichtigt werden.

 

Quelle: Pressemitteilung des VG Gelsenkirchen vom 04.05.2011

 

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